Noviziat

„Komm und bleibe!“

Das erfuhren die ersten Jünger, die geschaut haben, wo Jesus lebt. Sie blieben!

Das ist auch das innere Spüren zu Beginn des Noviziates, das mit der Noviziatsaufnahme beginnt:
Ich habe schon mehr gesehen mit den äußeren und inneren Augen.
Ich bin mit Gott in der Gemeinschaft und deren Aufgaben ein Stück Weg gegangen.
Es drängt mich, weiter und tiefer zu gehen.

Das Noviziat beginnt mit der Aufnahme und dauert 2 Jahre. Während der Aufnahme erhalte ich die Lebensordnung unserer Gemeinschaft (Konstitutionen). Außerdem erhalte ich, je nach Provinz, wahlweise oder bei uns in Baden Württemberg das Ordenskleid und den Schleier. Ebenso werde ich in dieser Feier erstmals „SCHWESTER“ gerufen. Ich kann meinen Taufnamen behalten oder einen neuen Namen wählen.

Im Noviziat erfahre ich tiefer, was es heißt:

  • Schwester sein (mit oder ohne Ordensgewand)
  • mich in die Lebensordnung zu vertiefen
  • zu erkennen, was die Gelübde der Armut, Keuschheit und des Gehorsams bedeuten und wie ich darin beschenkt und herausgefordert werde
  • noch tiefer einzutauchen in das Leben, Sterben und Auferstehen Jesu

Das Noviziat hat 2 Teile:

Einen Teil, der mir helfen soll, mehr „zu Füßen Jesu“ zu sitzen und zu hören und der mir Raum schafft, meine persönliche Form zu finden, den Weg mit Gott in der Gemeinschaft zu gehen.

Ein zweiter Teil, der geprägt ist durch 1-2 Praktika, in denen ich erfahren kann, wie ich als Ordensfrau lebe inmitten des Spannungsgefüge von Arbeit, Gebet, Gemeinschaft und freier Zeit.

Ebenso kann ich mich als Zeugin erleben in einer Welt und Zeit, in der der Glaube nicht mehr so offensichtlich erlebbar ist.

Nach den 2 Jahren, in denen ich gut begleitet werde, kann ich eine Entscheidung treffen. In der Erstprofess sage ich zunächst für 2 Jahre „JA“ zu Gottes Ruf, zur Lebensform und zur konkreten Gemeinschaft. Am Ende der Feier erhalte ich meinen ersten Auftrag in eine Aufgabe hinein und die entsprechende Gemeinschaft.