Die Nachricht „Wir bekommen tatsächlich Hühner!“ verbreitete sich unter den Schüler*innen und Lehrkräften des Marianums in kürzester Zeit und löste große Freude aus. Ende April begannen die intensiven Vorbereitungen für das besondere Projekt. Schnell fanden sich engagierte Schüler*innen aus verschiedenen Klassen, die sich als Hühnerpaten dazu bereit erklärten, Verantwortung für die Tiere zu übernehmen und sich regelmäßig um sie zu kümmern.

Gemeinsam mit den Lehrerinnen Frau P. Litke und Frau A. Hellwig machten sich die Hühnerpaten zunächst auf den Weg zum Hühnerhof Hönig nach Mühlingen bei Stockach. Dort erhielten sie von Herrn Hönig einen interessanten Einblick in die Hühnerhaltung und das Verhalten der Tiere. Er erklärte anschaulich, worauf es bei einer artgerechten Haltung ankommt und welche Bedürfnisse Hühner haben. Schon bald stand fest, dass nach den Pfingstferien sechs Hühner bei ihm übernommen werden sollten.
In der Zwischenzeit wurde am Marianum bereits fleißig weitergearbeitet: Mit Unterstützung und durch die Sponsoren des Rotary Clubs Konstanz entstand das Hühnergehege im Schulgarten. So wurde Schritt für Schritt ein neuer Lebensraum für die Tiere geschaffen. Als schließlich der große Tag gekommen war, zogen sechs braune Legehennen in ihren neuen Stall ein und wurden dort von ihren Hühnerpaten mit viel Spannung und Freude in Empfang genommen.
Besonders schön ist, dass die Schüler*innen die Patenschaft für die Hühner nicht nur übernommen haben, sondern die Tiere auch mit Namen versehen durften. Aus dieser Aufgabe entstanden die Namen Ulrika, Hanni, Molly, Hafer, Popcorn und Coconut. Die Schüler*innen sind sehr stolz auf ihre Hühner und kümmern sich mit viel Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein um sie. Zum täglichen Ablauf gehören das Füttern, Beobachten, die Stallpflege und natürlich das Einsammeln der Eier. Dass sich die Hühner dabei schnell an ihre neue Umgebung gewöhnen, zeigt sich auch an ihrer Zutraulichkeit: Sie lassen sich streicheln, picken Futter aus der Hand und nehmen die Nähe der Kinder und Jugendlichen sichtlich gelassen an.
Das Projekt hat nicht nur einen praktischen, sondern auch einen pädagogischen Wert. Die frischen Eier können im AES-Unterricht, also im Fach Alltagskultur, Ernährung und Soziales, zum Kochen und Backen verwendet werden. So erleben die Schüler*innen den Weg vom Huhn zum Lebensmittel ganz unmittelbar. Auch im Biologieunterricht bietet das Projekt zahlreiche Möglichkeiten, das Huhn als Nutztier lebensnah zu behandeln und grundlegende Zusammenhänge zwischen Haltung, Verhalten und Versorgung zu vermitteln.
Der Hühnerstall im Schulgarten ist inzwischen zu einem beliebten Anziehungspunkt geworden. In jeder Pause versammeln sich begeisterte Schüler*innen rund um das Gehege, um die Tiere zu beobachten. Das Projekt sorgt nicht nur für Abwechslung im Schulalltag, sondern stärkt auch Verantwortungsbewusstsein, Teamarbeit und den respektvollen Umgang mit Tieren. Kein Wunder also, dass viele am Marianum sagen: „Wir lieben unsere Hühner!“
Petra Litke





