Wie lebt es sich eigentlich in einem Kloster? Wie sieht der Alltag der Hegner Kreuzschwestern heute aus? Diesen Fragen sind fünf Schülerinnen der zehnten Klasse der Realschule Ochsenhausen nachgegangen. Nach ihren Abschlussprüfungen entschieden sich Emilia Böhmisch, Annie Frisch, Jule Aßfalg, Nicole Dengler und Lea Geßler bewusst für ein freiwilliges Praktikum im Kloster Hegne am Bodensee.
Einblick in das Leben im Kloster Hegne
Vom 15. bis 19. Juni 2026 wohnten die Jugendlichen im Kloster Hegne und erhielten Einblicke in das Leben und Wirken der Hegner Kreuzschwestern. Die Schülerinnen konnten freiwillig an den täglichen Gebetszeiten teilnehmen und die Gemeinschaft der Schwestern aus nächster Nähe kennenlernen.
„Am Anfang hatten wir schon etwas Respekt“, berichtet Nicole Dengler. „Aber schon nach dem ersten gemeinsamen Abendessen haben wir gemerkt, dass die Schwestern ganz normale Menschen sind. Es war viel entspannter, als wir es uns vorgestellt hatten.“
Praktikum im Altenpflegeheim Maria Hilf und im Kloster
Zunächst unterstützten zwei der Praktikantinnen das Altenpflegeheim Maria Hilf, während drei weitere Schwester Gerlinde bei verschiedenen Aufgaben im Kloster begleiteten. Im Laufe der Woche wechselten die Gruppen, sodass alle Teilnehmerinnen sowohl das Leben im Kloster als auch die Arbeit im Pflegeheim kennenlernen konnten.
Im Altenpflegeheim Maria Hilf begleiteten die Praktikantinnen Aktivierungsangebote, sangen gemeinsam mit den Bewohnerinnen, lasen ihnen Geschichten vor und halfen bei kleinen Gedächtnisübungen. Im Kloster Hegne halfen sie bei alltäglichen Aufgaben und erfuhren mehr über die Geschichte und Spiritualität der Hegner Kreuzschwestern.
Offen, herzlich und sozial: So erleben die Schülerinnen die Hegner Kreuzschwestern
Die Jugendlichen waren besonders von der Offenheit und Herzlichkeit der Ordensgemeinschaft beeindruckt. „Man fühlt sich sofort aufgenommen. Die Schwestern hören zu, begegnen einem ohne Vorurteile und sind sehr herzlich“, sagte Annie Frisch.
Auch die Begegnungen im Altenpflegeheim Maria Hilf hinterließen bleibende Eindrücke. „Sie sind trotz ihres hohen Alters so lebensfroh und strahlen viel Freude aus“, erzählt Jule Aßfalg über die älteren Schwestern.
Anstelle eines abgeschiedenen Lebens erlebten die Schülerinnen eine lebendige Gemeinschaft, die sich aktiv in Gesellschaft, Bildung und soziale Einrichtungen einbringt.
Freiwilliges Praktikum stärkt den Wunsch nach einem sozialen Beruf
Das freiwillige Praktikum im Kloster Hegne hat bei allen fünf Schülerinnen den Wunsch bestärkt, später einen sozialen oder pädagogischen Beruf zu ergreifen. Drei von ihnen beginnen ein Freiwilliges Soziales Jahr, die anderen beiden streben das Abitur mit sozialem Schwerpunkt an.
Sie würden anderen Jugendlichen eine solche Erfahrung jederzeit empfehlen. „Hier kann man zur Ruhe kommen und viel für das eigene Leben mitnehmen“, sagt Emilia Böhmisch.
Annie Frisch muss nicht lange überlegen, welche drei Begriffe das Kloster Hegne am besten beschreiben: „Offen, herzlich und sozial.“
Kloster Hegne als Ort der Begegnung und Orientierung
Das freiwillige Praktikum im Kloster Hegne zeigt, dass das Leben der Hegner Kreuzschwestern auch heute junge Menschen anspricht und ihnen wertvolle Einblicke in Gemeinschaft, Spiritualität und soziales Engagement ermöglicht. Für die fünf Schülerinnen war die Woche am Bodensee eine besondere Erfahrung, die ihnen neue Perspektiven eröffnete und ihre Sicht auf das Leben im Kloster nachhaltig veränderte.
